Herkömmliche Fertigungsverfahren führen häufig zu langwierigen und kostspieligen Prototypenzyklen. Werkzeugbau, maschinelle Bearbeitung, Outsourcing und manuelle Fertigung können die Entwicklungszeit um Wochen oder Monate verlängern. Die additive Fertigung beseitigt viele dieser Engpässe, da Ingenieure direkt von der CAD-Datei zum physischen Bauteil gelangen können. Dadurch wird der Produktentwicklungsprozess deutlich agiler.

Rapid Prototyping erfolgt in der Regel in einem iterativen Prozess:

  1. Definition der Anforderungen
  2. Erstellung eines 3D-Designs
  3. Vorbereiten und Drucken des Modells
  4. Nachbearbeitung des Bauteils
  5. Testen der Leistung vor der weiteren Optimierung
  6. Iterative Optimierung und Verfeinerung des Designs

Der Prozess kann mehrfach durchlaufen werden. Jede Iteration hilft dabei, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen, Designs zu optimieren, die Fertigbarkeit zu verbessern und den Aufwand für spätere Nacharbeiten zu reduzieren. Dadurch wird die Produktentwicklung beschleunigt und hochwertige Produkte können schneller auf den Markt gebracht werden.

Warum Rapid Prototyping die Fertigung verändert hat

Vor der Einführung der additiven Fertigung wurde die Produktentwicklung durch hohe Werkzeugkosten, fertigungstechnische Einschränkungen und lange Vorlaufzeiten ausgebremst. Eine einzige Spritzgussform konnte Zehn- oder sogar Hunderttausende von Dollar kosten. Maschinell bearbeitete Prototypen erforderten häufig hochqualifizierte Fachkräfte und einen erheblichen Programmieraufwand. Jede Designänderung verursachte zusätzliche Kosten und Verzögerungen. 

Warum 3D-gedruckte Prototypen herkömmlichen Fertigungsmethoden überlegen sind

Während konventionelle Fertigungsverfahren für die Großserienproduktion weiterhin unverzichtbar sind, bietet das Rapid Prototyping in der Entwicklungsphase und bei der Kleinserienfertigung mehrere entscheidende Vorteile. 

  • Geschwindigkeit

    Rapid Prototyping mit 3D-Druck ermöglicht es Ingenieuren, detaillierte Kunststoff-, Metall- und Gussprototypen innerhalb von Stunden oder Tagen statt erst nach Wochen herzustellen. Dadurch können Designs schneller validiert, mehr Entwicklungsiterationen durchgeführt und Produkte schneller auf den Markt gebracht werden.

  • Designfreiheit

    Rapid Prototyping mithilfe additiver Fertigung ermöglicht es Ingenieuren, komplexe Geometrien, interne Kanäle, Gitterstrukturen und Leichtbaukonstruktionen zu testen, die mit konventionellen Fertigungsverfahren nur schwer oder gar nicht realisierbar sind. Dadurch werden Innovationen gefördert und die Leistungsfähigkeit von Produkten weiter optimiert.

  • Geringere Kosten in der Entwicklungsphase

    Rapid Prototyping reduziert oder eliminiert die Werkzeugkosten in frühen Entwicklungsphasen und ermöglicht es Teams, Konzepte zu validieren sowie Designs vor Produktionsbeginn in mehreren Iterationen zu optimieren. Schnellere Tests und Optimierungen tragen dazu bei, die Produktqualität zu verbessern und gleichzeitig Risiken, Kosten und die Markteinführungszeit zu reduzieren.

  • Verbesserte Kommunikation

    Physische Prototypen vermitteln Ideen deutlich effektiver als CAD-Dateien allein. Designteams, Führungskräfte, Kunden, Chirurgen, Techniker und Fertigungspartner können Produkte bereits in einer frühen Entwicklungsphase physisch begutachten. Dies verbessert die Zusammenarbeit und reduziert kostspielige Missverständnisse im weiteren Prozessverlauf.

Industrielle Anwendungen des Rapid Prototyping

  • Luft-/Raumfahrt und Verteidigung>

    Teams in der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie erstellen Prototypen, um leichte, leistungsstarke Designs zu validieren, bevor sie in kostspielige Werkzeuge und Zertifizierungsverfahren investieren. Zu den gängigen Prototypen zählen Windkanalmodelle, Luftkanäle, Komponenten für Kraftstoffsysteme und Wärmetauscher sowie Titanhalterungen, die mehrere Bauteile in einem einzigen Bauteil vereinen. SLA und DMP für Metall sind hier die wichtigsten Technologien.

  • Gesundheitswesen>

    Hersteller von Medizinprodukten und OP-Teams erstellen Prototypen, um Passgenauigkeit, Funktion und Ergonomie zu validieren und komplexe Eingriffe zu planen. Zu den typischen Bauteilen zählen Gerätegehäuse und Verkleidungen, chirurgische Schablonen sowie patientenspezifische anatomische Modelle für die Operationsplanung und Kommunikation. Biokompatible SLA-Materialien (z. B. Accura ClearVue) und die Figure-4-Technologie gehören in diesem Bereich zu den häufig eingesetzten Lösungen.

  • Motorsport>

    Kaum ein Umfeld ist so schnelllebig wie der Motorsport, wo Teams zwischen den Rennen aerodynamische Konzepte und Kühllösungen iterativ optimieren. Mit Rapid Prototyping werden Windkanalmodelle, aerodynamische Oberflächen, Bremskühlkanäle, Ansaugkomponenten und individuell an den Fahrer angepasste Bauteile entwickelt. SLA bietet die erforderliche Oberflächenqualität und Bauteilgröße, während Figure 4 die Fertigstellung noch am selben Tag ermöglicht.

  • Elektronik/Steckverbinder> 

    Elektronikteams erstellen unter hohem Zeitdruck kleinere, kompaktere und komplexere Prototypen. Rapid Prototyping ermöglicht die Fertigung von Steckverbindern, Verkleidungen, Gehäusen und Kabelmanagement-Komponenten – einschließlich flammhemmender (FR) Bauteile mit seriennahen Materialeigenschaften. Dank der hohen Geschwindigkeit und der FR-Materialien eignet sich Figure 4 besonders gut für diese Anwendungen.

  • Konsumgüter und Industriedesign> 

    Teams in der Konsumgüterentwicklung erstellen Prototypen, um Ergonomie, Optik, Oberflächenqualität und Benutzerinteraktion zu bewerten, bevor sie in Werkzeuge investieren. Realistische Modelle unterstützen Designprüfungen, Kundenstudien und die Freigabe durch Führungskräfte. SLA und Figure 4 bieten die für diese Bewertungen erforderliche Oberflächenqualität und Detailgenauigkeit.

E-Book: SLA für Rapid Prototyping und Produktion

Erfahren Sie, wie der SLA-3D-Druck die Produktentwicklung und Produktion beschleunigen kann. Profitieren Sie von Expertenwissen zur Auswahl der richtigen Technologien, Materialien und Workflows, um eine herausragende Bauteilqualität, hohe Prozessgeschwindigkeit und maximale Fertigungseffizienz zu erzielen.

Kundenberichte
Der Titandruck und das proprietäre Reinigungsverfahren von 3D Systems helfen dem Alpine F1-Team dabei, mehr Leistung auf begrenztem Raum zu erzielen und die Innovation im Fahrzeug voranzutreiben. ...
Weitere Informationen
Beim Lacewing-Projekt des Imperial College London handelt es sich um eine Lab-on-a-Chip-Plattform für die Diagnose und Verfolgung von Krankheiten, deren Hauptbestandteile mit Figure 4 und biokompatiblen Werkstoffen von 3D Systems in 3D gedruckt wurden....
Weitere Informationen
Antimonfreie SLA QuickCast-Modelle reduzieren den Zeit- und Kostenaufwand für Feingusswerkzeuge in der Luft- und Raumfahrt drastisch...
Weitere Informationen

Die Technologien des Rapid Prototyping

In den vergangenen vier Jahrzehnten hat 3D Systems eines der umfassendsten Portfolios für die additive Fertigung in der Branche entwickelt. So können Unternehmen Technologien auswählen, die optimal auf bestimmte Anwendungen, Materialien, Oberflächenqualitäten, Präzisionsanforderungen und Durchsatzanforderungen abgestimmt sind. 

  • Für das Prototyping entwickelt
    Höchste Genauigkeit und Oberflächenqualität, große Bauteile sowie klare und durchscheinende Bauteile
    Typische Prototypenteile
    Konzept- und Anschauungsmodelle, Windkanalmodelle, QuickCast-Feingussmodelle, große Gehäuse
  • Für das Prototyping entwickelt
    Robuste und funktionale Nylonbauteile ohne Stützstrukturen, zahlreiche Teile in einem Fertigungsdurchgang
    Typische Prototypenteile
    Funktionsprototypen, Baugruppen mit Schnappverbindungen, Luftkanäle, Filmscharniere, komplexe Geometrien
     
  • Für das Prototyping entwickelt
    Kürzeste Durchlaufzeiten, präzise Kleinteile sowie Materialien in Produktionsqualität und mit flammhemmenden Eigenschaften
    Typische Prototypenteile
    Funktionsprototypen, flammhemmende Steckverbinder und Elektronikkomponenten, Schnappverbindungen, Gehäuse, Drehknöpfe
     
  • Für das Prototyping entwickelt
    Feine Detailstrukturen und glatte Oberflächen, präzise Wachsmodelle
     
    Typische Prototypenteile
    Präzise Detailmodelle, Gussmodelle, kleine Funktionsprototypen
     
  • Für das Prototyping entwickelt
    Funktionsfähige Metallprototypen vor der Herstellung von Produktionswerkzeugen
     
    Typische Prototypenteile
    Halterungen aus Titan/Aluminium, Wärmetauscher, Kraftstoff- und Fluidkomponenten, Leichtbaustrukturen

Produkte für Rapid Prototyping

Häufig gestellte Fragen

Rapid Prototyping bezeichnet die schnelle Herstellung physischer Modelle, funktionsfähiger Bauteile oder Baugruppen direkt aus digitalen CAD-Daten mithilfe additiver Fertigungstechnologien.


Die Druckdauer beim 3D-Druck hängt maßgeblich von der Komplexität der Geometrie und der Größe des Bauteils ab. Generell arbeiten 3D-Drucker der Marke Figure 4 jedoch sehr schnell und können Bauteile häufig in weniger als einer Stunde herstellen. SLA-3D-Drucker benötigen in der Regel einige Stunden, während die Fertigung mit SLS-3D-Druckern je nach Bauteilgröße und Auslastung zwischen einem halben und zwei Tagen dauern kann.  


Das Rapid Prototyping dient der Designvalidierung, bevor das endgültige Design festgelegt und die Produktion aufgenommen wird. Bei der schnellen Fertigung werden Bauteile mithilfe des 3D-Drucks schnell, werkzeuglos und in kleinen bis mittleren Stückzahlen produziert. 


Je nach Anforderungen eignen sich zahlreiche Materialien von 3D Systems für das Rapid Prototyping, darunter Accura-Materialien für SLA und MJP, DuraForm-Polyamide für SLS, Figure 4-Materialien und DMP-Metallwerkstoffe.  


Ja. Bei Kunststoffen ermöglichen die Figure 4- und SLA-3D-Drucker die Herstellung äußerst realistischer, detailreicher und funktionsfähiger Prototypen, die umfassend getestet werden können. 


Auch hier hängt die Dauer vollständig von der Komplexität der Geometrie und der Größe des Bauteils ab. Mit Figure 4 kann die Prototyperstellung nur wenige Stunden dauern, mit SLA und MJP über Nacht und mit SLS und DMP ein bis zwei Tage. 


Die Entscheidung, die Prototyperstellung ins eigene Unternehmen zu verlagern, hängt von weit mehr Faktoren als nur den Kosten des Druckers ab. Entscheidend sind unter anderem die Anforderungen an die Vertraulichkeit von Daten, das intern verfügbare Fachwissen und die Wahl des 3D-Druckers. Weitere Informationen erhalten Sie in einem Gespräch mit einem erfahrenen Ingenieur, der Ihren ROI berechnen kann.


Der 3D-Druck bietet eine deutlich größere Designfreiheit und ermöglicht die schnelle, werkzeuglose Herstellung von Prototypen. Die CNC-Bearbeitung kann kostengünstiger sein, ist jedoch häufig mit längeren Durchlaufzeiten verbunden und bietet nicht die Designfreiheit und Möglichkeiten für Funktionstests, die der 3D-Druck ermöglicht. 

Sprechen Sie mit einem Spezialisten für Rapid Prototyping Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt – wir helfen Ihnen, die richtige Technologie auszuwählen, den ROI einer internen Prototyperstellung zu berechnen und schneller zu funktionsfähigen Bauteilen zu gelangen.